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Schilddrüsenüberfunktion

Ursachen Symptome Diagnose Behandlung

Allgemeines
Anders als bei einer Schilddrüsenunterfunktion, werden bei einer Schilddrüsenüberfunktion, auch Hyperthyreose genannt, zu viele Schilddrüsenhormone produziert. Die Schilddrüsenhormone sind Thyroxin und Trijodthyronin, die aus Eiweiß und Jod produziert werden. Nach der Produktion gelangen die Hormone in das Blut. Dieser Vorgang wird von einem Hormon in der Hirnanhangsdrüse gesteuert. Die Schilddrüsenhormone sind für einige Bereiche des Körpers zuständig. Sie beeinflussen den Stoffwechsel und den Kreislauf. Auch das Wachstum hängt zum Teil von den Schilddrüsenhormonen ab. Schilddrüsenhormone haben außerdem einen großen Einfluss auf das seelische Wohlbefinden. Entsteht eine Schilddrüsenüberfunktion durch Jodmangel, kann sich die Schilddrüse vergrößern. In diesem Fall ist eine größere Wölbung im Halsbereich zu sehen. Frauen sind davon häufiger betroffen als Männer. Eine Schilddrüsenüberfunktion sollte immer behandelt werden, da ansonsten Komplikationen auftreten können, die im schlimmsten Fall lebensbedrohlich werden.

Ursachen
Die häufigste Ursache einer Schilddrüsenüberfunktion ist Morbus Basedow, eine Autoimmunerkrankung, bei der das eigene Abwehrsystem Stoffe bildet, die das Gewebe und oft auch die Schilddrüse angreifen und zerstören können. Während dieser Produktion von Stoffen, werden auch Antikörper gebildet, die die Produktion von Hormonen und auch Schilddrüsenhormonen anregt. Warum diese Antikörper gebildet werden, konnte bisher noch nicht geklärt werden. Die Autoimmunkrankheit zeigt sich aber nicht nur an der Schilddrüse, sondern auch am Augenhöhlengewebe und an der Haut der Unterschenkel.

Zu einer Schilddrüsenüberfunktion kann es auch kommen, wenn Teile der Schilddrüse, oder aber auch die gesamte Schilddrüse, eigenständig Hormone produzieren und nicht mehr auf das Hormon der Hirnanhangsdrüse reagieren. Es kann in diesem Fall also zu einer Überproduktion kommen. Im Normalfall würde die Schilddrüse zum Ausgleich weniger Hormone produzieren. Auslöser für die defekten Schilddrüsenteile können Medikamente oder zu viel Jod sein. Auch eine langfristige Vergrößerung der Schilddrüse kann dieses Problem auslösen.

Eine eher seltene Ursache einer Schilddrüsenüberfunktion ist die Entzündung der Schilddrüse. Diese Überfunktion ist oft aber zeitlich begrenzt und bleibt nicht ein Leben lang bestehen. Ebenso selten sind bestimmte Tumore, die eine Überfunktion auslösen, indem sie selbst Hormone produzieren. Während der Schwangerschaft kann ebenfalls eine kurzzeitige Schilddrüsenüberfunktion auftauchen. In diesem Fall wird ein Hormon im Mutterkuchen produziert. Diese Produktion findet allerdings in zu hohen Mengen statt und ist oft mit häufigem und starkem Erbrechen verbunden.

Symptome
Ist die Schilddrüse vergrößert, können folgende Symptome auftreten: Heiserkeit, Einschränkungen sowie Beschwerden beim Schlucken. Auch Schwellungen und Vergrößerungen der Schilddrüsenknoten können auftreten, weshalb Kleidungsstücke mit einem engen Kragen eher hinderlich sind. Liegt eine Schilddrüsenüberfunktion vor, können erste Hinweise ein schneller Puls, Durchfälle und starkes Schwitzen sein. Viele Betroffene fühlen sich unruhig und leiden unter Gewichtsverlust, auch wenn eine gewohnte ausreichende Ernährung vorliegt. Der Betroffene wirkt außerdem übermäßig nervös, gereizt und unkonzentriert. Neben Schlafstörungen und Zittern, können außerdem ein zu hoher Blutdruck und schneller Herzschlag erscheinen. In schlimmeren Fällen können zudem auch Herzrythmusstörungen entstehen, die lebensbedrohlich werden können. Der Betroffene hat oft Haut, die sich warm und feucht anfühlt und zum Teil dunkle oder weiße Hautverfärbungen aufweist. Er reagiert zudem überempfindlich auf Wärme. Des Weiteren kann der Betroffene unter Haarausfall, Muskelschwäche und Muskelschmerzen leiden. Frauen leiden häufig an einer gestörten Regelblutung und einem verminderten Lustempfinden. Männer können unter Potenzstörungen leiden.

Ist die Ursache die Autoimmunkrankheit Morbus Basedow, können außerdem Symptome wie Schwellungen der Unterschenkel oder Beschwerden an den Augen auftreten. Erkrankte sind dann häufig lichtscheu, haben ein, manchmal schmerzhaftes, Druckgefühl im Augenbereich, einen verstärkten Tränenfluss, Schwellungen der Augenlider oder Sehstörungen. Die Bindehaut der Augen kann sich zudem rot färben oder aber die Augen treten hervor.

In seltenen Fällen kann eine Schilddrüsenüberfunktion gefährlich oder gar lebensbedrohlich werden. Oft handelt es sich dann um eine sogenannte ,,hyperthyreote Krise". Hierbei ist die Schilddrüse zu stark aktiv, was Fieber, Schwäche, Störungen des Bewusstseins bishin zur Bewusstlosigkeit hervorrufen kann. Wird keine sofortige Behandlung durchgeführt, können außerdem Schäden an Herz und Leber entstehen, was schnell lebensbedrohlich wird. Auslöser einer solchen hyperthyreoten Krise können jodhaltige Medikamente oder Kontrastmittel, Infektionen oder Operationen sein. Wer Medikamente gegen eine Schilddrüsenüberfunktion ohne Abklärung mit dem behandelnden Arzt absetzt, riskiert ebenfalls eine hyperthyreote Krise. Das Auftreten von solchen Komplikationen tritt allerdings sehr selten auf und auch nur dann, wenn bereits eine schwere Schilddrüsenüberfunktion vorliegt.

Diagnose
Zunächst findet ein Gespräch zwischen dem Patient und Arzt statt. Schon die ersten Befragungen bieten Hinweise auf eine mögliche Schilddrüsenüberfunktion. In den meisten Fällen wird der Hals des Patienten abgetastet, um eine mögliche Vergrößerung der Schilddrüse zu ertasten. Eine eindeutige Diagnose erhält der Arzt durch Blut- und Ultraschalluntersuchungen. Bei der Blutuntersuchung wird der Wert des Hormons TSH nachgewiesen. Dieses Hormon entsteht in der Hirnanhangdrüse und steuert die Schilddrüsenhormone. Zudem werden auch die Werte der Schilddrüsenhormone an sich untersucht. Bei einer Schilddrüsenüberfunktion sind die Werte des TSH-Hormons zu niedrig, während die Werte der Schilddrüsenhormone entweder normal oder zu hoch sind. Sollte der Wert des TSH-Hormons im normalen Bereich liegen, so kann der Arzt eine Überfunktion schon ausschließen. Mithilfe einer Ultraschalluntersuchung kann festgestellt werden, ob die Schilddrüse vergrößert ist oder ob Knoten sichtbar sind. Manchmal ist es sinnvoll, dass eine Gewebeprobe der Schilddrüse entnommen wird. Eine weitere Behandlungsmethode ist die Schilddrüsenzintigrafie. Dabei wird dem Patienten eine Substanz in die Vene gespritzt, die radiokativ ist. Liegt eine Schilddrüsenüberfunktion vor, nimmt die Schilddrüse diese Substanz auf. Anhand dieses Verfahrens kann festgestellt werden, wie viel Jod die Schilddrüse aufnimmt. Selten werden auch Röntgenaufnahmen der Luftröhre angefertigt oder es wird eine Computertomografie im Halsbereich durchgeführt.

Liegt eine Schilddrüsenüberfunktion vor, muss die Ursache nachgewiesen werden. Ist die Ursache eine Autonomie, sind die Patienten in den meisten Fällen älter und haben Verknotungen und Vergrößerungen an der Schilddrüse. Ist die Ursache die Autoimmunerkrankung Morbus Basedow, ist die Schilddrüse nur leicht vergrößert. Betroffene sind in der Regel noch jünger. Außerdem gibt es in der Schilddrüse keine Verknotungen. Bei Morbus Basedow treten außerdem noch Symptome an den Augenpartien auf.

Behandlung
Leidet der Patient unter Morbus Basedow, klingt die Krankheit oft von allein wieder ab. Allerdings sollte während der Krankheitsphase trotzdem eine medikamentöse Therapie stattfinden. In vielen Fällen wiederholt sich jedoch eine Schilddrüsenüberfunktion, weshalb auch operative Maßnahmen getroffen werden können. Die Alternative ist die Behandlung mit radiokativem Jod. Liegt eine Autonomie vor, werden Medikamente verabreicht, die die Schilddrüsenüberfunktion eindämmen und die Symptome einschränken. Da die Symptome aber nicht bekämpft werden, dienen die Medikamente oft nur übergangsweise, bis eine Operation in Frage kommt. Die Medikamente regulieren die Funktion der Schilddrüse, bis diese sich wieder normalisiert hat - dieser Vorgang dauert etwa ein Jahr. Anschließend wird eine Radiojodtherapie angefangen oder aber eine Operation durchgeführt. Während einer Radiojodtherapie wird gezielt Gewebe der Schilddrüse zerstört. In dem Gewebe befinden sich die Zellen, die für eine zu hohe Produktion der Schilddrüsenhormone sorgen. Die Behandlung dauert mehrere Tage und findet sicherheitshalber im Krankenhaus statt. Zwar ist diese Behandlungsmethode sehr effektiv, allerdings tritt bei dem Großteil der Patienten nach der Behandlung eine Schilddrüsenunterfunktion auf. Eine Operation kommt dann in Frage, wenn die Schilddrüse eine zu hohe Größe erreicht hat und sie deshalb auf die Luftröhre drückt oder wenn zu viele Knoten entstanden sind. Während der Operation wird die Schilddrüse verkleinert oder komplett entfernt. Nach der Operation normalisiert sich der Hormonspiegel sehr schnell. In den meisten Fällen wird eine Nachbehandlung mit passenden Medikamenten empfohlen, um einer möglichen Schilddrüsenunterfunktion vorzubeugen und erneutem Knotenwachstum vorzubeugen.

Nach der Behandlung können die Symptome an den Augen behandelt werden. Dazu dienen verschiedene Augentropfen und spezielle Brillengläser. Sind die Veränderungen im Auge zu stark, können diese mithilfe einer Operation behoben werden.


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