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Mutismus

Ursachen Symptome Diagnose Behandlung

Allgemeines
Menschen die an Mutismus leiden, haben eine Sprachstrung, welche meist keine organische Ursache hat sondern in der Regel durch psychische Strungen oder Schden am Gehirn verursacht wird, weshalb sie auch nicht mit einer Taubstummheit vergleichbar ist. Es gibt drei Formen des Mutismus, der selektive Mutismus, der totale Mutismus und der akinetische Mutismus. In den meisten Fllen sind Betroffene rein theoretisch in der Lage zu sprechen, bleiben wegen verschiedener Ursachen jedoch stumm und verweigern jede Art von Kommunikation. Dies ist vor allem bei einem selektiven und totalen Mutismus der Fall. Handelt es sich aber um den akinetischen Mutismus, sind Betroffene durch Schden am Frontalhirn nicht in der Lage zu sprechen. Ohne Behandlung kann der Mutismus langfristig bestehen bleiben, was einige Komplikationen mit sich bringt. Erkrankte zeigen deutliche gestrte Entwicklung in der Persnlichkeit, weshalb eine frhzeitige Therapie uerst wichtig ist. Der selektive Mutismus taucht hufig bei Kindern auf und verschwindet nach wenigen Wochen wieder, sofern eine angepasste Therapie stattfindet. Sollte er aber lnger als ein halbes Jahr anhalten, wird der Erfolg einer Therapie schwierig. Einem Mutismus kann nicht vorgebeugt werden, jedoch knnen Eltern ihr Kind bei psychischen Aufflligkeiten strken und untersttzen, um einen mglichen Mutismus zu verhindern.

Ursachen
Oft beginnen die Ursachen fr den Mutismus bereits in der Kindheit, wobei vor allem ngste, wie zum Beispiel Trennungsangst, eine groe Rolle fr die Entstehung dieser Krankheit spielen. Faktoren, wie etwa Schlafstrungen in der Kindheit, knnen ebenfalls eine Rolle fr die Entstehung des Mutismus spielen. Grund dafr ist das Angstzentrum im Gehirn, welches bei gefhrdeten Menschen viel heftiger reagiert als bei anderen Menschen. Whrend sich gesunde Menschen vor gewissen Situation nur leicht frchten oder nur eine Art Nervositt verspren, geraten betroffene Menschen in groe Panik. Diese heftige Reaktion sorgt des weiteren fr einen Schutzmechanismus. Handelt es sich um den selektiven Mutismus, lsen gewisse Ereignisse die Angstreaktion und das Schweigen aus. Fhlt sich das Kind in einer gewissen Situation bedroht, wie beispielsweise in der Schule oder im Kindergarten, hrt es aus Selbstschutz auf in dieser Umgebung zu sprechen. Anders als bei dem selektiven Mutismus, bei dem das Kind dennoch in anderen Situationen ganz normal spricht und sich ansonsten auch unauffllig verhlt, kommt es bei einem totalen Mutismus zu einem vollstndigen Schweigen, unabhngig von der Situation. Auch uere Einflsse durch andere Menschen knnen das Risiko fr einen Mutismus stark erhhen, wie zum Beispiel das Mobbing in der Schule oder Missbrauch.

Symptome
Das Hauptmerkmal des Mutismus ist der groe Mangel der Fhigkeit zu kommunizieren. Betroffene Personen, was meist Kinder und Jugendliche sind, sprechen nicht, wirken verschlossen und scheu und vermeiden jeglichen Blickkontakt zu anderen Menschen. Ein weiteres Merkmal fr den Mutismus ist die starke Angst vor verschiedenen Situationen und die Angst im Mittelpunkt zu stehen. Durch das lnger anhaltende Schweigen bei dem selektiven Mutismus, kommt es im sicheren Bereich, was meist das Zuhause der erkrankten Person darstellt, zu einem erhhten Sprachbedarf. Kommt jedoch eine auenstehende Person dazu, wie etwa Besuch der Eltern, wird das Sprechen erneut wieder eingestellt. Im unsicheren Umfeld, wo die betroffene Person nicht spricht, kommt es verhuft zu Aufflligkeiten wie einer verstrkten Mimik oder Gestiken, um das fehlende Sprechen wieder auszugleichen. Im sicheren Umfeld finden diese Aufflligkeiten dann nicht mehr statt. Leidet die Person an einen totalen Mutismus, wird jedoch jede Art von Kommunikation komplett eingestellt. Auch automatische Reaktionen des Krpers, wie beispielsweise das Niesen oder Lachen, werden unterdrckt und so gut es geht vermieden. Zum totalen Mutismus zhlt auerdem die stndig abgewandte Krperhaltung gegenber anderen Personen. Zudem kann es dazu kommen, dass der Erkrankte komplett erstarrt und keinerlei Bewegungen mehr ausfhrt. Im Verlauf der Krankheit knnen zudem Depressionen, suizidale Gedanken und Phobien entstehen.

Diagnose
Eine Diagnose wird meist sowohl von einem behandelnden Arzt als auch von einem Psychologen nachgewiesen. Oft ist die Erkennung der Krankheit jedoch schwierig, da der Mutismus noch nicht lang genug erforscht wurde und das Wissen ber diese Krankheit nicht weit verbreitet ist. Dadurch wre im Zweifelsfall auch der Rat eines Sprachtherapeuten wichtig, da dieser sich mit der Krankheit hufig besser auskennt. Um vor allem bei Kindern einen Mutismus nachweisen zu knnen, muss die Untersuchung in Anwesenheit der Eltern stattfinden, da diese dem Arzt wichtige Informationen bieten knnen. Der Arzt wird die Eltern nach Aufflligkeiten des Kindes befragen, beispielsweise in welchen Situationen das Kind nicht spricht und wie dieses sich Daheim verhlt. Sollten bei dem Kind oder bei dem Jugendlichen Aufflligkeiten in der Kommunikation auftreten oder wird eine negative Vernderung der Psyche bemerkt, sollte immer ein Arzt aufgesucht werden. Um einen Mutismus zu diagnostizieren, mssen zunchst andere psychische Erkrankungen, wie etwa eine Depression, als hauptschliche Krankheit ausgeschlossen werden. Wer sich nher mit der Analyse der Kommunikation auseinander setzen mchte, findet weitere Informationen hier.

Behandlung
Je nach Alter des Patienten, ist eine Behandlung mithilfe einer Psychotherapie sehr wichtig um mgliche Komplikationen zu verhindern. Sind vor allem Kinder betroffen, knnen ohne Behandlung Probleme in der Schule auftreten, wobei das Risiko fr Mobbing ebenfalls erhhrt ist. Eine frhzeitige Behandlung ist auerdem wichtig, wenn der Patient bereits an Depressionen leidet und Suizidgedanken aufkommen. Bei einem totalen Mutismus kann eine Therapie uerst schwierig und langwierig werden, da die betroffene Person auch hier nicht spricht und keine Art von Kommunikation zulsst. Mit Geduld und speziellen Techniken, knnen es Psychotherapeuten jedoch schaffen, dass allmhlich eine Kommunikation stattfinden kann. Grundvoraussetzung ist in jedem Fall jedoch ein groes Vertrauensverhltnis zwischen Patient und Psychotherapeut. Neben der eigentlichen Therapie fr die erkrankte Person, sollten auch Angehrige lernen mit der Krankheit umzugehen. Denn wurde die Krankheit beispielsweise durch ein Trauma verursacht, knnen bestimmte Reaktionen oder Stze Panikattacken oder hnliches bei dem Patienten auslsen. In diesem Fall kann zudem eine posttraumatische Belastungsstrung entwickelt werden. Je nach Schweregrad der Krankheit kann eine Psychotherapie mit einer Sprachtherapie kombiniert werden. Des weiteren sollte vor allem auch die Ursache der Krankheit behandelt werden und das Kind sollte lernen, die Krankheit zu verstehen und wie es mit ihr umzugehen hat. Um die Therapie zu untersttzen, knnen Antidepressiva eingesetzt werden. Da es sich bei den Patienten aber oft um Kinder handelt, sollte dies zunchst ausfhrlich mit dem behandelnden Arzt abgeklrt werden. Je nach Art des Mutismus, sind Nachsorgeuntersuchungen uerst wichtig. Dies ist vor allem bei Krebspatienten der Fall, die wegen eines Tumores im Hirn nicht sprechen knnen. Eine Behandlung kann je nach Form und Schweregrad der Krankheit von mehreren Monaten bishin zu einigen Jahren anhalten.


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