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Epilepsie

Ursachen Symptome Diagnose Behandlung

Allgemeines
Eine Epilepsie wird auch Krampfleiden oder Fallsucht genannt. Leidet man unter einer Epilepsie, sind oft mehrere Erkrankungen des Gehirns dafr verantwortlich. Sie zeigen sich unter anderem durch epileptische Anflle, die sich oft sehr unterschiedlich uern knnen. Epileptische Anflle knnen entweder nur wenige Sekunden oder mehrere Minuten anhalten. Dabei knnen krzere Anflle sogar fast unbemerkt bleiben, da sie sich nur durch ein Kribbeln, Zucken der Muskeln oder einer kurzen Absence (Pause des Bewusstseins) bemerkbar machen. Anflle, die ber eine Minute gehen, uern sich allerdings viel heftiger. Es kommt zu einem Bewusstseinsverlust, starken Krampfanfllen und Zuckungen, die der Betroffene nicht mehr unter Kontrolle hat. Im schlimmsten Fall kann ein epileptischer Anfall ber 10 Minuten oder lnger andauern. Da das Gehirn Schden nehmen kann, sollte direkt ein Notarzt gerufen werden. Wichtig ist zudem, dass Erste Hilfe geleistet wird.

Eine Epilepsie kann in jedem Alter vorkommen. Die Hufigkeit liegt dabei entweder im Kindesalter oder erst in den spteren Lebensjahren, mit ungefhr 60 bis 65 Jahren.

Ursachen
In vielen Fllen ist die Ursache einer Epilepsie unbekannt. Allerdings knnen beispielsweise Verletzungen des Gehirns oder Missbildungen diese Krankheit begnstigen oder auslsen. Weitere Ursachen knnen genetische Vernderungen, Schlaganflle, Hirnhautentzndungen oder ein Tumor im Gehirn sein. Zu weiteren Ursachen kann es kommen, wenn whrend der Schwangerschaft oder whrend der Geburt zu wenig Sauerstoff in das Gehirn gelangt, Strungen der Durchblutungen im Gehirn vorliegen oder die Gefe missgebildet sind.

Die Ursache eines epileptischen Anfalls liegt in den Nerven des Gehirns. Ihre Funktionen werden fr einen kurzen Moment gestrt. Zudem werden Signale von der Grohirnrinde und ihren Nervenzellen gesendet. Dies geschieht allerdings pltzlich, hochsynchron und in sehr schneller Abfolge. Wie sich dadurch der epileptische Anfall uert kommt darauf an, welche und wie viele Nervenzellen betroffen sind. Es kommt auerdem darauf an, welche Nervenzellen welche Krperfunktionen steuern. So kann whrend eines epileptischen Anfalls entweder nur ein kleiner Krperteil zucken oder aber so gut wie jeder Muskel verkrampfen und zucken. Aber nicht jeder Krampfanfall muss unbedingt gleich eine Epilepsie bedeuten. Auch Alkoholentzug, Stoffwechselstrungen oder Nebenwirkungen von Medikamenten knnen solche Krmpfe hervorrufen. In diesem Fall spricht man von einem akuten Fall, der "Gelegenheitskrampf" genannt wird. Auch wenn sie wiederholt auftreten, muss dies nicht gleich auf eine Epilepsie hindeuten. Besteht dennoch der Verdacht einer Epilepsie, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Symptome
Auch wenn im ersten Moment Krampfanflle und Zuckungen zu den gelufigen Symptomen gehren, gibt es auch noch andere Anzeichen, wie sich ein epileptischer Anfall uert. Oft wirken Betroffene auch wie weggetreten, nehmen ungewhnliche, manchmal nicht existierende Gerche wahr oder Schmatzen und Schlucken fr einige Zeit heftig. Teilweise kommt es vor, dass die Betroffenen ihr Bewusstsein verlieren oder einen Bewusstseinsverlust erleiden. Whrend eines Anfalls sind sie also kaum oder gar nicht ansprechbar. Hufig beginnt ein epileptischer Anfall mit einer typischen sogenannten "Aura". Dabei leiden die Erkrankten unter Seh- oder Konzentrationsstrungen, Halluzinationen, Schwindel oder ein Kribbeln. Oft kann auch ein Gefhl der Schwerelosigkeit aufkommen. Auch der Seh-und Geruchssinn kann gestrt sein und fr falsche Eindrcke sorgen. Bei manchen Betroffenen kann dieser Zustand schon die einzige Phase sein und der eigentliche Anfall bleibt aus. Manchmal ist es rzten mglich anhand dieser "Aura", dem Ursprung der Epilepsie auf den Grund zu gehen. Je nach Auftreten und Symptomen unterscheidet man zwischen fokalen Anfllen, sekundr-generalisierten Anfllen und generalisierten Anfllen. Bei einem fokalen Anfall ist nur eine gewisse Stelle im Gehirn betroffen und der Betroffene empfindet die oben genannten Symptome. Hinzu knnen auch Sprachstrungen, ngste und Halluzinationen kommen. Oft kommt diese Art des Anfalls nach einem Schlaganfall. Ein sekundr-generalisierter Anfall beginnt hnlich, nur breitet er sich rasch ber das gesamte Gehirn aus. Handelt es sich um einen generalisierten Anfall, ist schon von Anfang an das gesamte Gehirn betroffen. Der Betroffene hat whrend dieses Anfalls eine Bewusstseinspause. In dieser Pause ist er komplett ruhig, in sich gekehrt und nicht mehr ansprechbar. Ist diese Pause vorber, wirkt der Betroffene wieder "normal", kann sich aber an das vorherige Verhalten nicht erinnern.

Kommt ein epileptischer Anfall einmalig oder sehr selten vor, ist er in vielen Fllen recht harmlos. Das Gehirn wird whrend eines Anfalls nicht geschdigt. Allerdings besteht die Gefahr, dass der Betroffene sich wegen den unkontrollierten Zuckungen und Krmpfen verletzt. Er kann zum Beispiel strzen oder sich stoen. Meist hlt ein Anfall fr ungefhr zwei Minuten an und lsst dann wieder nach. Ein hohes Risiko ist aber das pltzliche Versagen des Herz-Kreislaufsystems, was zum schnellen Tod des Betroffenen fhren kann. Gefhrlich fr das Gehirn wird es dann, wenn die Anflle wiederholt und hufiger bzw. heftiger vorkommen. Da dieser Zustand lebensgefhrlich werden kann, sollte in jedem Fall ein Arzt aufgesucht werden.

Diagnose
Um eine sichere Diagnose stellen zu knnen, wird in der Regel eine Aufzeichnung der Potentialschwankungen des Gehirns angefertigt. Dies geschieht mithilfe einer Elektroenzephalografie (EEG). Um die Ursache eines epileptischen Anfalls zu erkennen, werden Aufahmen mit einer Magnetresonanztomografie (MRT) angelegt. Besteht der Verdacht, dass eine Hirnentzndung vorliegt, muss zudem das Gehirnwasser genauer untersucht werden.

Behandlung
Nicht immer muss Epilepsie behandelt werden. Da viele Betroffene eine Epilepsie als kaum oder gar nicht strend empfinden, entscheiden sie sich auch nicht immer fr eine Therapie. Ist die Epilepsie aber strker und gefhrlicher, ist eine Behandlung sinnvoll. In der Regel wird dann eine Behandlung vom Arzt empfohlen, wenn zwei starke Anflle jhrlich auftreten. Die Therapie wird je nach Art der Epilepsie angepasst. So knnen beispielsweise Medikamente eingesetzt werden, die das Risiko eines erneuten epileptischen Anfalls senken. In manchen Fllen wird auch eine Operation ntig. Whrend solch einer Operation wird die betroffene Stelle des Gehirns, sofern gefunden und vorhanden, entfernt. Danach lassen die Anflle stark nach oder verschwinden sogar vollkommen.

Leidet man unter Epilepsie, knnen einige Dinge beachtet werden um den Alltag zu erleichtern und das Risiko eines weiteren epileptischen Anfalls zu senken. Wichtig ist beispielsweise ausreichend Schlaf. Auf Alkohol sollte wenn mglich verzichtet werden, wobei geringe Mengen nicht schdlich sind. Ist der Patient berufsttig, sollte darauf geachtet werden, ob der Beruf sicher genug ist und keine Gefahren mit sich bringt, falls ein epileptischer Anfall entstehen sollte. Treten wiederholt Anflle auf, sollte auerdem das Fahren von Fahrzeugen gemieden werden. In manchen Fllen ist auch eine Therapie mithilfe eines Psychologen sinnvoll, falls das Umgehen mit der Krankheit erst noch erlernt werden muss. Inwiefern dies alles notwendig ist, sollte mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.


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