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Gestose

Ursachen Symptome Diagnose Behandlung

Allgemeines
Der Begriff Gestose, umgangssprachlich auch Schwangerschaftsvergiftung genannt, umfasst alle Krankheiten, die whrend einer Schwangerschaft auftreten und von einem erhhten Blutdruck begleitet werden. Im Durchschnitt tritt eine Gestose frhestens ab dem fnften Monat der Schwangerschaft auf. Bei den meisten schwangeren Frauen entsteht die Krankheit jedoch erst in den letzteren Schwangerschaftswochen. Mediziner unterscheiden zwischen fnf verschiedenen Formen der Gestose; Bluthochdruck, der durch eine Schwangerschaft verursacht wird, eine Preklampsie und eine Eklampsie, das HELLP-Syndrom und eine Pfropfgestose. Auch wenn die Gestose umgangssprachlich als Schwangerschaftsvergiftung bezeichnet wird, handelt es sich hierbei um keine Art von Vergiftung. Vorsorgeuntersuchungen whrend der Schwangerschaft knnen eine Gestose frhzeitig nachweisbar machen, was eine erfolgreiche Behandlung verspricht und das Risiko von mglichen Komplikationen stark senkt.

Ursachen
Die genauen Ursachen einer Gestose, darunter vor allem eine Preklampsie, konnten bisher noch nicht vollstndig geklrt werden. Mediziner gehen davon aus, dass die Ursache in den Funktionen der Plazenta liegt und diese dafr sorgen, dass sich der Blutdruck bei einer schwangeren Frau erhht. Insgesamt gibt es drei Thesen, wie eine Gestose entstehen kann. Dazu gehrt eine berempfindliche Reaktion der Blutgefe durch unterschiedliche Stoffe, was dazu fhrt, dass sich diese Gefe erweitern. Des weiteren knnte das Immunsystem bei einer Frau whrend der Schwangerschaft anders reagieren. Ein weiterer Faktor knnten gewisse Stoffe sein, die bei einer schwangeren Frau entweder zu hoch oder zu niedrig sind und somit die Durchblutung beeinflussen. Insgesamt ist die Gestose eine Reaktion darauf, dass der Krper der Frau sich whrend der Schwangerschaft nicht ausreichend auf die neuen Anforderungen und Vernderungen anpassen konnte. Da dies Durchblutungsstrungen im gesamten Krper verursachen kann, knnen auch einige Organe in ihrer Funktion betroffen und eingeschrnkt werden. Dazu gehren unter anderem die Leber, die Nieren und das Gehirn.

Symptome
Das Hauptmerkmal einer Gestose ist ein erhhter Blutdruck ab der zwanzigsten Schwangerschaftswoche. Je nach Form der Gestose, kommen noch weitere Symptome hinzu. Handelt es sich um eine Preklampsie, kommt es zustzlich zu einer bermigen Ausscheidung von Eiweien und Wasseransammlungen im Gewebe, was sich vor allem durch angeschwollene Gliedmaen oder einem aufgedunsenen Gesicht uert. Erkrankt eine schwangere Frau an einer Eklampsie, entstehen oft heftige krampfartige Anflle und Strungen des Bewusstseins, was im schlimmsten Fall zu einem Koma fhren kann. Weitere Anzeichen fr eine Eklampsie sind Schmerzen im Oberbauch und Magenbeschwerden, wie etwa belkeit und Erbrechen, Kopfschmerzen und Strungen der Sehkraft bishin zu einem Augenflimmern. Des weiteren kann es zu berempfindlichen Reflexen kommen. Handelt es sich bei der Gestose um das HELLP-Syndrom, treten Beschwerden wie etwa starke Schmerzen im rechten Bereich des Oberbauchs auf. Hierbei kommt es jedoch, anders als bei einer Eklampsie, zu keinen krampfartigen Anfllen. Zustzlich fhlen sich erkrankte Frauen oft sehr krank und leiden unter Sehstrungen. Handelt es sich um das HELLP-Syndrom oder um eine Eklampsie, was sehr schnell foranschreitet, muss umgehend ein Notarzt verstndigt werden, da es ansonsten zu schwerwiegenden Komplikationen und zu einer lebensbedrohlichen Situation kommen kann.

Diagnose
Um schweren Komplikationen oder einem schweren Krankheitsverlauf vorzubeugen, sollte eine Gestose so frh wie mglich nachgewiesen werden. Je nach auftretenden Symptomen, kann der behandelnde Arzt bereits einschtzen, um welche Art von Gestose es sich handelt. Kommt es beispielsweise bei der schwangeren Frau zu Krampfanfllen, erhrtet sich der Verdacht einer Eklampsie. Nachdem ein ausfhrliches rztliches Gesprch stattgefunden hat, bei dem die Patientin alle Beschwerden schildert und wie lange diese bereits auftreten, findet eine krperliche Untersuchung statt. Hierbei wird zunchst der Blutdruck der Schwangeren in regelmigen kurzen Abstnden, ggf. auch ber einen Zeitraum von 24 Stunden, gemessen. Des weiteren wird der Urin der Patientin untersucht, um die Menge an Eiweien nachzuweisen, was weitere Informationen ber eine Gestose liefern kann. Im Anschluss findet eine Blutuntersuchung statt, bei der vor allem die Leberwerte, Nierenwerte und die Anzahl der verschiedenen Blutkrperchen gemessen werden. Ein wichtiger Bestandteil der Untersuchungen ist auerdem die Ultraschalluntersuchung. Hierbei wird der Zustand des ungeborenen Kindes begutachtet und wie dieses sich im Mutterleib entwickelt. Zudem wird die Plazenta auf ihre Funktion und mgliche Vernderungen untersucht. In manchen Fllen kann die werdende Mutter ihren Blutdruck regelmig von zu Hause aus selbst messen. Dies ist vor allem dann sinnvoll, wenn sie in keiner Klinik behandelt werden muss.

Behandlung
Da eine Gestose mehrere Krankheiten umfasst und sehr unterschiedlich ausfallen kann, muss die Therapie individuell an jede Patientin angepasst werden. In einigen Fllen werden spezielle Medikamente verabreicht. Handelt es sich um eine schwere Form der Gestose, hilft oft auch nur noch eine frhzeitige Entbindung mithilfe eines Kaiserschnitts. Dieser Eingriff wird vor allem dann vorgenommen, wenn die Gefahr einer lebensbedrohlichen Eklampsie besteht. Je nach Schweregrad des schwangerschaftsbedingten Bluthochdrucks, mssen unterschiedliche Manahmen ergriffen werden. In den meisten Fllen reicht es jedoch aus, die schwangere Frau von der Arbeit freizustellen und Stress zu vermeiden. Die Patientin sollte auerdem auf eine ausreichende Bettruhe achten. Reichen diese Manahmen nicht aus, knnen Medikamente verabreicht werden, die den Blutdruck senken. Je nach Krankheitsform, muss die betroffene Frau in einem Krankenhaus behandelt werden. Dies ist vor allem bei einer Preklampsie der Fall. Handelt es sich lediglich um eine schwache Form der Preklampsie, reichen Bettruhe und eine regelmige Kontrolle des Blutdrucks und der Ausscheidung von Eiweien aus. Auch in diesem Fall mssen ggf, blutdrucksenkende Medikamente verabreicht werden. Um den Krampfanfllen vorzubeugen, knnen Magnesiumsulfate verabreicht werden. Ziel der Behandlung ist es, den Blutdruck dauerhaft zu senken und einen Idealwert zu erzielen.

Erkranken Schwangere an dem HELLP-Syndrom oder an einer Eklampsie, muss dies jeweils in einem Krankenhaus behandelt werden. Bei dem HELLP-Syndrom muss zunchst der Blutdruck gesenkt und die Blutgerinnung verlangsamt werden. Zustzlich kann der Patientin eine Infusion mit Frischplasma verabreicht werden, um den Mangel an Blutplttchen wieder auszugleichen. In der Regel muss das ungeborene Kind bei einem HELLP-Syndrom mithilfe eines Kaiserschnitts frhzeitig zur Welt gebracht werden. Die Behandlung und berwachung findet hierbei auf einer Intensivstation statt, da es sich bei einem HELLP-Syndrom um einen Notfall handelt. Auch die Eklampsie muss auf einer Intensivstation behandelt werden, da es zu lebensbedrohlichen Komplikationen kommen kann. Bei einer Eklampsie werden neben der Senkung des Blutdrucks, auch die Krampfanflle behandelt. Ist die Patientin in einem stabilen Zustand, muss das Ungeborene meist per Kaiserschnitt zur Welt gebracht werden, um weitere Komplikationen zu verhindern. Bei einer Eklampsie muss die betroffene Frau auch nach der Entbindung noch fr einige Wochen behandelt und beobachtet werden.


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