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Kleptomanie

Ursachen Symptome Diagnose Behandlung

Allgemeines
Unter einer Kleptomanie versteht man einen krankhaften Zwang verschiedene Dinge zu stehlen ohne, dass der Betroffene ein erkennbares Motiv hat. Diese Krankheit zhlt zu den Impulskontrollstrungen. Umgangssprachlich wird diese Zwangsstrung auch pathologisches Stehlen genannt, der Begriff ist allerdings veraltet und wird mittlerweile nicht mehr verwendet. Diese Strung ist fr betroffene Personen durchaus unangenehm und in der Regel mit starken Schuldgefhlen verbunden. Im Verlauf der Erkrankung wchst der Drang etwas zu stehlen immer mehr. Hierbei ist es den Betroffenen gleichgltig was sie stehlen, bei dieser Verhaltensweise geht es ausschlielich darum den Drang, berhaupt etwas zu stehlen, zu befriedigen. Wie bei vielen anderen Zwangsstrungen, knnen erkrankte Personen ihr Handeln nicht steuern. Oft sind sie sich ber ihr Fehlverhalten bewusst und wollen ihrem Zwang gar nicht nachgehen, haben aber auch keine Kontrolle ber ihr Fehlverhalten. Die Kleptomanie kann entweder chronisch auftreten, wobei die Betroffenen ohne groe Pausen immer wieder den Drang verspren zu stehlen, oder aber phasenweise. Tritt die Strung in Phasen auf, kommt es auch zu lngeren Zeitrumen, in denen der Erkrankte keinen Zwang etwas zu stehlen versprt. Wie hoch die Prozentzahl der erkrankten Personen ist, kann nicht genau geklrt werden. Jedoch sind Frauen hufiger betroffen als Mnner. Im Durchschnitt uert sich die Krankheit noch vor dem 20. Lebensjahr. Laut Studien werden nur 5% aller Ladendiebsthle von Personen mit einer Kleptomanie verbt.

Ursachen
Die genauen Ursachen fr eine Kleptomanie sind bislang nicht geklrt. Forscher und Psychotherapeuten gehen jedoch davon aus, dass es verschiedene Ursachen fr die Erkrankung geben muss. So wird unter anderem vermutet, dass der Reiz etwas Verbotenes tun, bei manchen Menschen besonders hoch ist und das Risiko an einer Kleptomanie zu erkranken bei ihnen hher ist. Zustzlich steht die Diskussion im Raum, ob Erkrankte schuldfhig sind oder nicht. Bislang wird in vielen Fllen bei einer Kleptomanie eine Schuldfhigkeit zugesprochen, weshalb es vor Gericht auch zu Verurteilungen kommt. Viele betroffene Personen sind Wiederholungstter, da sie von ihrer Strung ohne Behandlung langfristig kontrolliert werden und sich nur schwer gegen den Drang etwas zu stehlen widersetzen knnen. Ob die Kleptomanie erblich bedingt sein kann, konnte bislang ebenfalls nicht nachgewiesen werden. Allerdings konnte beobachtet werden, dass bei erkrankten Personen die Zahl alkoholkranker und depressiver Familienmitglieder sehr hoch ist.

Symptome
Eine Kleptomanie uert sich durch den stndig wachsenden Drang einen Diebstahl zu verben. Betroffene nutzen dafr hufig Supermrkte oder andere Einkaufslden. Der Drang zu stehlen wird immer grer bis die betroffenen Personen irgendwann nicht mehr widerstehen knnen. Fr sie ist es ein regelrechter und wiederholender Zwang. Nach dem Diebstahl fhlen sich Erkrankte fr eine gewisse Zeit erleichtert und befriedigt. Nach dieser Phase beginnt der Zwang jedoch erneut zu steigen und so entsteht ein stndiger Teufelskreis. Dem Betroffenen ist es in der Regel nicht wichtig was er stiehlt und so passiert es recht hufig, dass er wertlose oder unntze Dinge stiehlt, mit denen er nichts anfangen kann. Oft werden die gestohlenen Gegenstnde weggeworfen oder verschenkt oder aber der Erkrankte beginnt die gestohlene Ware zu horten.

Erkrankte Personen sind sich ber ihr Fehlverhalten durchaus bewusst und entwickeln hufig auch ein Schamgefhl und fhlen sich schuldig. Der Zwang zum Stehlen berragt jedoch immer wieder, weshalb die Betroffenen nicht aufhren knnen erneut zu stehlen. Durch das wachsende Schamgefhl versuchen viele Erkrankte ihre Strung zu verheimlichen, was einen Besuch zum Psychotherapeuten fr eine lange Zeit unmglich macht. Meist ist die Folge dieser Zwangsstrung eine Depression und der Rckzug aus der Gesellschaft.

Diagnose
Da sich Menschen mit Kleptomanie hufig zu sehr schmen, um mit ihrem Problem einen Arzt oder Therapeuten aufzusuchen, dauert es hufig mehrere Jahre bis berhaupt eine Diagnose und Therapie zustande kommen knnen. In vielen Fllen wird die Krankheit erst dann bemerkt, wenn die Betroffenen bei einem Diebstahl erwischt werden und ihr Problem bei der Polizei schildern. Als Folge mssen erkrankte Personen hufig eine Therapie beginnen um ihr Problem in den Griff zu bekommen und um gewisse gefordete Auflagen zu erfllen. Sollte der Verdacht einer Kleptomanie bestehen, sollte unbedingt der Hausarzt aufgesucht werden. Dieser kann nach einem Gesprch den Patienten an einen Spezialisten berweisen; dies meist ein Psychotherapeut. Zwischen dem Psychotherapeuten und dem Patienten findet ein rztliches Gesprch statt, bei dem der Patient sein zwanghaftes Verhalten schildert und wie oft dieses auftritt. Im Anschluss knnen verschiedene psychologische Tests mehr Hinweise auf eine Kleptomanie bieten. In manchen Fllen ist eine zustzliche krperliche Untersuchung sinnvoll um krperliche Krankheiten auszuschlieen, denn ein hnliches Verhalten kann auch bei einer Demenz auftreten, wenn der Patient vergisst, die Ware zu bezahlen oder berhaupt eingesteckt zu haben. Auch andere psychische Erkrankungen knnen im Zusammenhang mit einem stndigen Diebstahl auftreten, wie etwa eine Schizophrenie oder Depressionen. Diebstahl kann zudem ein Hinweis auf eine Sucht des Patienten sein, was zustzlich zunchst ausgeschlossen werden muss.

Behandlung
Wie erfolgreich die Behandlung einer Kleptomanie hngt individuell von jedem Patienten ab. In der Regel wird die Kleptomanie mithilfe einer kognitivien Verhaltenstherapie behandelt. Bei dieser Verhaltenstherapie soll das Verhalten des zwanghaften Stehlens verndert werden, bis der Patient in der Lage ist sein Handeln und Verhalten besser zu kontrollieren. Um die Behandlung zu untersttzen, knnen Angehrige ber die Strung aufgeklrt werden. Zustzlich knnen sie lernen mit dem Erkrankten und der Krankheit selbst besser umzugehen. Um den Patienten bei der Therapie zu untersttzen, ist es unter anderem hilfreich, Einkufe nur noch in Begleitung zu erledigen. Zudem knnen verschiedene Medikamente verschrieben werden, darunter werden auch Wirkstoffe empfohlen, die gegen Depressionen eingesetzt werden. Zustzlich zu einer Verhaltenstherapie, wird unter Umstnden auch eine psychoanalytische Therapie empfohlen, wie etwa eine Familientherapie, die ebenfalls Angehrige mit einbezieht und aufklrt. In sehr vielen Fllen leiden betroffene Personen nicht nur allein an der Kleptomanie, sondern auch an zustzlichen anderen psychischen Erkrankungen, wie etwa Depressionen oder Angststrungen. Hierbei ist es wichtig auch diese psychischen Erkrankungen zu behandeln. Um die Behandlung zu untersttzen und dem Patienten den Alltag zu erleichtern, kann zustzlich eine systematische Desensibilisierung durchgefhrt werden. Hierbei soll sich der Patient absichtlich in eine starke stressvolle Situation begeben und sich im Anschluss durch gezielte Entspannungs- und Muskelbungen wieder entspannen. Dies kann dem Patienten helfen in ernsten und bedrohlichen Situationen die Kontrolle zu bewahren. Wird die Kleptomanie nicht behandelt, bleibt dieser Drang zum Diebstahl meist ein Leben lang bestehen. Wie hoch die Erfolgschancen bei einer Therapie sind, ist bisher nicht bekannt.


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