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Masern

Ursachen Symptome Diagnose Behandlung

Allgemeines
Masern Masern sind höchst ansteckend und können unter bestimmten Umständen sogar lebensbedrohlich werden. Die Krankheit wird von Viren durch eine Tröpfcheninfektion ausgelöst. Besteht keine Schutzimpfung, können sich bereits Kinder infizieren. Da die Krankheit überwiegend im Kindesalter auftaucht, werden Masern zu den Kinderkrankheiten gezählt. Doch auch Erwachsene können an Masern erkranken. Dies geschieht, wenn sie gegen Masern nicht geimpft sind oder die Krankheit zuvor noch nicht ausgebrochen ist.

Ursachen
Ursache der Masern ist das Masernvirus. Es gehört zur Familie der Paramyxoviren. Die Ansteckung findet von Mensch zu Mensch statt. Dazu reicht bereits das Sprechen, Husten oder Niesen aus, um die Erreger in die Luft freizusetzen. Personen in der Umgebung stecken sich an, wenn sie diese Luft einatmen oder mit Körpersekreten des Erkrankten, wie Speichel oder auch die Flüssigkeit von Nasen- und Mundschleimhaut in Kontakt geraten. Sofern ein Mensch nicht vor Masern geschützt oder immun ist, erfolgt die Erkrankung in der Regel immer. Steckt sich eine Person an, dauert es etwa eine Woche bis zwei Wochen, bis sich die Erkrankung bemerkbar macht. Die Erreger sind vor allem in der Anfangszeit der Krankheit schnell übertragbar. Auch wenige Tage nach Ausbruch des Hautausschlags, können sich andere Menschen noch erhöht anstecken.

Symptome
Die Krankheit verläuft in zwei Stadien ab. Zunächst ist die Krankheit mit einer normalen Erkältung zu vergleichen. Der Betroffene hat häufig Fieber, Husten und Schnupfen. Begleitend dazu ist häufig eine Bindehautentzündung, die sich durch tränende und gerötete Augen bemerkbar macht. Schnell tritt auch eine hohe Empfindlichkeit gegenüber Licht auf. Der Allgemeinzustand des Betroffenes ist schlecht. Oft treten Kopfschmerzen, Übelkeit, Abgeschlagenheit und Müdigkeit auf. Diese Ansammlung von Symptomen dauert etwa drei Tage. Zudem weisen die Symptome nicht gleich auf eine Masern-Erkrankung. Ein erster Hinweis könnten allerdings die typischen weißen "Koplik-Flecken" sein. Sie tauchen im Mund im Bereich der Wangenschleimhaut auf. Da sie aber nicht bei jedem Erkrankten auftreten und auch nicht immer gleich erkannt werden, sind diese Flecken kein sicherer und eindeutiger Hinweis auf Masern. Nach ungefähr drei Tagen sinkt das Fieber wieder.

Im zweiten Stadium taucht der, für Masern typische, Hautausschlag auf. In vielen Fällen steigt dann auch wieder das Fieber an, oft auch noch höher als zuvor. Der Hautausschlag breitet sich zunächst hinter dem Ohr aus. Die hellrötlichen Flecken breiten sich später über das Gesicht aus und anschließend über den Hals, den Oberkörper, die Arme und Beine. Zum Schluss sind die roten Flecken auch auf Händen und Füßen zu finden. Die Flecken verfärben sich im Verlauf dunkelrot und verschwinden nach ungefähr vier Tagen wieder. Die Betroffenen haben nach Verschwinden des Hautausschlags oft eine kleieförmige und schuppige Haut. In den meisten Fällen verschwindet nach insgesamt einer Woche das Fieber wieder. Ist ein Mensch an den Masern erkrankt, wird sein Immunsystem stark geschwächt und beansprucht. Das macht den Körper anfälliger für andere Infektionen, wie etwa eine Mittelohr- oder Lungenentzündung. Oft leidet der Erkrankte auch unter Magenbeschwerden und Durchfällen.

Brechen die Masern aus, können dabei auch Komplikationen entstehen, die lebensbedrohlich werden oder Folgeschäden verursachen können. Bei einem schlechten Immunsystem oder mangelhafter Ernährung ist das Auftreten von Komplikationen wahrscheinlicher. In schlimmeren Fällen kann beispielsweise die Lunge von dem Masernvirus angegriffen werden, was eine Lungenentzündung hervorruft. Gefährlich wird es vor allem dann, wenn die Krankheit eine Entzündung des Gehirns auslöst. Dies geschieht etwa neun Tage nach dem Ausbruch des Hautausschlags. Kommt es tatsächlich zu einer Gehirnentzündung, wird der Verlauf Masern–Enzephalitits genannt. Der Betroffene ist sehr müde und wirkt benommen. Außerdem treten verhäuft Kopfschmerzen, Lähmungserscheinungen und Krampfanfälle auf. Eine Gehirnentzündung muss nicht immer tödlich sein, allerdings können Folgeschäden zurückbleiben, bei denen das Nervensystem betroffen ist.

Auch wenn die Krankheit auskuriert ist, können nach mehreren Jahren noch Komplikationen auftauchen. Diese Komplikation ist eine späte Folge von Masern und wird subakute sklerosierende Panenzephalitis genannt. Allerdings leiden nur sehr wenige Menschen an den Spätfolgen. Bei einer subakuten sklerosierenden Panenzephalitis handelt es sich um eine Entzündung der Nervenzellen im Gehirn und im Rückenmark. Sie sorgt dafür, dass die Gehirnfunktion immer mehr nachlässt. Der Betroffene leidet dann unter Aufmerksamkeitsstörungen, Persönlichkeitsstörungen und Störungen der Körperbewegung. Da die Entzündung bisher nicht heilbar ist, endet sie mit dem Tod.

Diagnose
Besteht der Verdacht von Masern, sollte nicht gezögert werden einen Arzt aufzusuchen, da die Krankheit zum Einen Komplikationen mit sich führen kann und zum anderen höchst ansteckend ist. Ist der Patient noch im Anfangsstadium kann es für den Arzt schwierig werden eine klare Diagnose zu stellen. Oft ist eine Untersuchung nötig, die die Antikörper im Organismus nachweisen kann. Diese entstehen wenige Tage nach Ausbrechen des Hautausschlags. Seltener ist es notwendig, direkt die Erreger nachzuweisen.

Behandlung
Dem Patienten bleibt häufig nichts anderes übrig, als die Krankheit auszuhalten bis sie wieder verschwindet, da es kein Medikament gibt, was den Masernvirus direkt bekämpft. Jedoch können die entstandenen Symptome mit verschiedenen Medikamenten behandelt werden. Auch möglichen Komplikationen kann oft vorgebeugt werden. Neben der medikamentösen Behandlung ist vor allem Bettruhe sinnvoll. Da auch viele Patienten lichtempfindlich ist, sind abgedunkelte Räume von Vorteil. Während der Erkrankung sollte viel Kontakt mit anderen Mitmenschen wenn möglich vermieden werden. Wann die Ansteckungsgefahr vorüber ist, sollte mit dem behandelnden Arzt abgeklärt werden. Ist eines der Symptome Fieber, sollte lediglich darauf geachtet werden, dass die Temperatur im Rahmen bleibt und nicht zu stark ansteigt. Ist das Fieber zu hoch, können Maßnahmen getroffen werden um die Temperatur wieder zu senken. Dabei helfen beispielsweise fiebersenkende Medikamente. Da Masern verhäuft bei Kindern auftreten, sollte zunächst unbedingt mit dem Arzt besprochen werden, welche Medikamente und welche Dosis geeignet ist. Möchte man auf Medikamente verzichten, können auch Wadenwickel helfen, das Fieber zu senken. Während dem Krankheitsverlauf kann der Patient viel Flüssigkeit verlieren, weshalb es wichtig ist diesen Verlust wieder auszugleichen. Treten weitere Infektionen auf, können diese mit Antibiotika behandelt werden. Oft kommt es auch vor, dass Neugeborene vorerst immun gegen Masern sind, da sie Antikörper der Mutter während der Schwangerschaft abbekommen haben. Dieser Schutz bleibt für ungefähr sechs Monate erhalten.

Um Masern vorzubeugen, wird es empfohlen Kinder zwischen 11 und 14 Monaten impfen zu lassen. Zwischen dem 15 und 23. Lebensmonat ist eine zweite Impfung notwendig. In manchen Fällen kommt es nach etwa einer Woche zu leichten Symptomen, wie Abgeschlagenheit, Fieber oder sogar zu einem leichten Hautausschlag. Dies passiert, da bei der Impfung eine leichte Dosis von Masernviren verabreicht wird, damit der Körper Antikörper dagegen entwickeln kann und schließlich geschützt ist. In diesem Fall besteht jedoch keine Ansteckungsgefahr. Sollte man nicht sicher sein, gegen Masern geimpft worden zu sein, kann die Impfung bei einem Arzt nachgeholt werden. Werden Masern vermutet oder von einem Arzt nachgewiesen, muss der Befund dem Gesundheitsamt gemeldet werden. Auch dürfen die Erkrankten laut Gesetz nicht in öffentliche Gemeinschaftseinrichtungen, bis die Krankheit auskuriert wurde.


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