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Multiple Sklerose

Ursachen Symptome Diagnose Behandlung

Allgemeines
Multiple Sklerose, kurz MS, gehrt zu den neurologischen Erkrankungen, bei der das zentrale Nervensystem dauerhaft entzndet ist. Dabei wird die uere Schicht der Nerven langfristig geschdigt. Betroffen sind vor allem Menschen im jngeren Erwachsenenalter. Bricht die Krankheit aus, sind berwiegend das Gehirn, das Rckenmark und die Sehnerven betroffen.

Die Krankheit kann unterschiedlich verlaufen. Es gibt zwei Typen des Krankheitsverlaufs. Die Krankheit verluft entweder chronisch und schreitet so weiter voran oder die Krankheit verluft in Schben. uert sich die Krankheit in Schben, tritt spter ein chronischer Verlauf auf. Diese Art des Krankheitsbeginns ist typisch. Eher selten ist hingegen der direkt chronische Krankheitsverlauf, der stetig voranschreitet. Hierbei bleiben die Schbe komplett aus. Schbe halten in den meisten Fllen mehrere Tage oder sogar Wochen an. Dabei kann es immerzu zu neuen Symptomen kommen. Bis zum nchsten Schub knnen mehrere Wochen oder Monate vergehen. Einen direkten Auslser fr solch einen Schub gibt es nicht. Bekannt ist allerdings, dass krperliche und psychische Belastungen einen Schub begnstigen knnen. Sind die Schbe vorbei, knnen die Symptome komplett verschwinden. Im spteren Krankheitsverlauf knnen allerdings manche Symptome anhalten und fr langanhaltende Strungen sorgen. Handelt es sich um einen chronisch-voranschreitenden Krankheitsverlauf bleiben die typischen Schbe aus. Die Krankheit schreitet also stetig voran. In manchen Fllen kann es aber auch zu einem sogenannten sekundren progredienten Verlauf kommen, bei dem zu Beginn der Krankheit Schbe mit Symptomen auftreten. Mit der Zeit nehmen die Schbe jedoch ab und die Krankheit schreitet voran, bis keine symptomfreie Zeit mehr brig bleibt. Schreitet die Krankheit voran, werden oft auch die Beschwerden schwerwiegender.

Pauschal kann nicht festgelegt werden, wann und wie stark die Beschwerden auftauchen und ab wann sie den menschlichen Krper stark behindern. Bei manchen Betroffenen sind selbst nach vielen Jahren die Symptome noch so gering, dass sie fast ohne Beschwerden laufen knnen. Nur eine geringe Anzahl der Erkrankten stirbt an den Folgen von Multiple Sklerose. Mittlerweile ist auch bekannt, dass die Lebenserwartung der Erkrankten noch fast genau so hoch ist, wie bei gesunden Menschen, sofern eine entsprechende Therapie eingeleitet wurde. Bei einer erfolgreichen Therapie kann man zudem gewisse Folgeerkrankungen aufhalten oder gut behandeln.

Ursachen
Die Hauptursache der Multiplen Sklerose ist eine Autoimmunkrankheit. Das bedeutet, dass der Krper durch falsche Informationen Abwehrzellen bildet, die die krpereigenen Zellen angreifen. Dieser Vorgang sorgt dafr, dass die uere Schicht der Nerven beschdigt wird, was dazu fhrt, dass auch die Nervenfaser selbst angegriffen werden kann. Wurden die Nervenfasern angegriffen und geschdigt, knnen entstehende Reize nicht mehr ausreichend weitergeleitet werden. Bisher ist nicht eindeutig geklrt, wie es zu der Entstehung der Krankheit genau kommt. Vermutet wird jedoch, dass Faktoren des Erbgutes und der Umwelt eine groe Rolle spielen knnten, da sie, laut Thesen, fr eine Beeintrchtigung des Nervensystems sorgen und somit eine Autoimmunkrankheit auslsen. Zudem wird auch vermutet, dass mehrere Faktoren zusammenkommen mssen, um die Erkrankung an Multiple Sklerose zu begnstigen.

Es wurde beobachtet, dass innerhalb einer Familie Multiple Sklerose verhuft vorkommt und die Krankheit auch in bestimmten Lndern, in denen die Grundtemperatur niedriger ist, hufiger auftritt als in anderen Lndern, in denen das Klima eher warm ist. Eine weitere These ist, dass bereits in der Kindheit ein Risiko fr die sptere Erkrankung an Multiple Sklerose entstehen kann, da Kinder erstmalig mit Krankheitserregern in Kontakt kommen. So knnen manche Krankheitserreger gegebenenfalls eine Gefahr darstellen und den Krper zu falschen Informationen anregen, die schlielich eine Autoimmunkrankheit verursachen.

Symptome
Die Symptome einer Multiplen Sklerose knnen sehr unterschiedlich ausfallen. Da es sich um die Beschdigung von Nervenzellen handelt, knnen sich die Symptome bei jedem Erkrankten unterschiedlich uern und sich in verschiedenen Krperregionen ausbreiten. Auch der Krankheitsverlauf selbst, muss nicht immer der Selbe sein. In vielen Fllen uert sich die Krankheit zu Beginn durch eine Sensibilittsstrung, die sich meist in Armen und Beinen zeigt. Dies bedeutet, dass sich bei der erkrankten Person die Wahrnehmung der Reize und Sinne verndert. Ein weiteres Symptom, welches vor allem bei jngeren Erkrankten vorkommt, ist die Sehstrung, die sich ebenfalls bei Beginn der Krankheit uert. Viele Betroffene leiden zustzlich unter einer geschdigten Funktion der Muskeln. Dies uert sich berwiegend durch Lhmungen, Steifigkeit und fehlender Kraft der Muskeln. Durch diese Beschwerden knnen auch Strungen des Gleichgewichts und der Koordination entstehen. Ein eher seltenes Symptom zu Beginn der Krankheit ist die Harninkontinenz oder allgemeine Funktionsstrungen der Blase. Ebenfalls selten beginnt die Krankheit mit einer undeutlicheren Aussprache des Betroffenen. Whrend des Krankheitsverlaufs knnen weitere Symptome auftreten. Da sich whrend der Krankheit die Spannung der Muskeln erhht, kann es im Verlauf zu Strungen der Gehbewegung kommen. Der Betroffene empfindet hufiger eine Kraftlosigkeit in den Beinen und ist daher unsicher whrend des Gehens und Stehens. Auch wenn Harninkontinenz zu Beginn eher selten auftritt, kann es im spteren Krankheitsverlauf zu Strungen der Harnfunktion kommen. Ebenso kann Stuhlinkontinenz auftreten oder allgemeine Beschwerden bei dem Entleeren des Darms. Betroffene fhlen sich zudem oft mde und erschpft. Im Verlauf der Krankheit treten verhuft Sehstrungen auf. In vielen Fllen leiden die Betroffenen nicht nur krperlich unter der Multiplen Sklerose, sondern auch psychisch. Oft ist daher eine passende Therapie ratsam.

Diagnose
Das Erstgesprch findet oft mit dem behandelnden Hausarzt statt. Verstrkt sich whrend des Gesprchs der Verdacht auf Multiple Sklerose, wird der Patient in der Regel zu einem Neurologen berwiesen. Um erste Hinweise herauszufinden, ist die Schilderung des bisherigen Krankheitsverlaufs wichtig. Dazu gehrt auch die Errterung von Krankheiten innerhalb der Familie und allen Vorerkrankungen. Nach dem Gesprch wird der Patient neurologisch untersucht. Dabei werden unter anderem die Beweglichkeit und das Gleichgewicht des Patienten genauer getestet. Um andere mgliche Krankheiten ausschlieen zu knnen, wird das Gehirn, mithilfe einer Kernspintomografie, und das Nervenwasser genau untersucht. Ebenfalls ist es sinnvoll eine Blutuntersuchung durchzufhren, da dies eindeutige Hinweise auf andere Krankheiten bieten kann. Es ist allerdings nicht mglich eine Multiple Sklerose allein anhand von Blutwerten nachzuweisen. Ist tatschlich eine Multiple Sklerose ausgebrochen, knnen auf den Hirnaufnahmen typische, durch Entzndungen verursachte, Vernderungen gefunden werden.

Wenn die Diagnose nach den genannten Untersuchungsarten noch nicht gestellt werden kann, wird die Funktionsfhigkeit der Nerven getestet. Dabei stimuliert der Neurologe mithilfe eines ueren Reizes bestimmte Nerven und Sinne. Das dadurch ausgelste Signal im Gehirn kann mit Elektroden nachgewiesen werden. Bei erkrankten Patienten ist in den meisten Fllen eine eingeschrnkte Reaktionszeit erkennbar.

Behandlung
Multiple Sklerose kann bisher noch nicht geheilt werden. Die Behandlung konzentriert sich daher auf die Linderung der Symptome, um die Lebensqualitt des Patienten aufrecht zu erhalten. Da sich die Krankheit immer unterschiedlich uert, ist die Anpassung der Therapie ntig. Der Patient bekommt unter anderem Medikamente, die die Symptome lindern und das Immunsystem beeinflussen. Auch eine Psychotherapie wird in vielen Fllen empfohlen. Verluft die Krankheiten in Schben, sollten akute Behandlungsmglichkeiten in Betracht gezogen werden. Ein sehr wichtiges Medikament whrend der Behandlung ist Kortison.


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