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Noma

Ursachen Symptome Diagnose Behandlung

Allgemeines
Noma wird auch Wasserkrebs oder Wangenbrand genannt, da sich ohne Behandlung so viele Bakterien im Mund ansammeln, dass diese das Gewebe, vor allem an den Wangen, zersetzen. Es handelt sich bei Noma um eine Infektionskrankheit, die Hauptschlich in Entwicklungslndern vorkommt und Kinder betrifft. In Deutschland ist die Krankheit eher unbekannt und kommt in der Regel auch nicht hier vor. Die Krankheit kann im Verlauf ohne Behandlung das Gesicht schwer beschdigen und entstellen. Die Folgen knnen ohne Behandlung tdlich sein. Zum grten Teil sind Kinder betroffen, die unter schlechten hygienischen und mangelnder Ernhrung leben mssen. Seltener betrifft es Erwachsene. Die Infektion fngt im Mund an und breitet sich ohne Behandlung rasch aus, bis sie die Kieferknochen angreift und zersetzt. Unbehandelt kann die Krankheit verheerende Folgen haben; die Infektion kann sich schnell ausbreiten und Bereiche des Gesichts angreifen und zerstren. Auch die Augen, die Nase, die Zunge und die Ohren knnen betroffen sein. Die Infektion kann das Gesicht so stark zerfressen, dass Lcher in den Wangen entstehen und der Kieferknochen freigelegt wird. In den Entwicklungslndern sind Fachrzte und Kliniken nicht ausreichend vorhanden, was eine erfolgreiche Behandlung sehr erschwert und oft unmglich macht. Ca. neun von zehn Kindern sterben an der Krankheit, da sie nicht rechtzeitig behandelt werden knnen. Die Todesursache bei dieser Erkrankung ist oft eine Blutvergiftung oder eine Lungenentzndung.

Noma kann durch verschiedenen Manahmen vorgebeugt werden. Grundvoraussetzungen sind hierbei eine ausreichend gute Hygiene und medizinische Versorgung sowie eine ausreichende und ausgewogene Ernhrung. In den Entwicklungslndern gibt es verschiedene Hilfsorganisationen und Institute die vor allem erkrankte Kinder bei der Behandlung untersttzt. Da Noma in der Regel nur bei Kindern ausbricht, die mangelernhrt sind und ein geschwchtes Immunsystem haben, ist das Ziel dieser Organisationen vorerst die Mangelernhrung zu beseitigen. Zudem setzen sich Hilfsorganisationen dafr ein, dass die schlechten hygienischen Verhltnisse verbessert werden. In speziellen errichteten Kliniken sollen auerdem verschiedene Infektionen rechtzeitig behandelt und bekmpft werden. Hierbei kommen auch verschiedene Impfungen zum Einsatz, die einigen Krankheiten vorbeugen. Neben der Behandlung und Untersttzung ist auch die Aufklrung von Noma und anderen Infektionskrankheiten in den Entwicklungslndern wichtig. Menschen sollen hierbei die frhen Anzeichen und Symptome der Krankheiten erlernen damit so frh wie mglich gehandelt werden kann.

Ursachen
Die Hauptursache dieser Infektionskrankheit sind berwiegend mangelnde Hygiene und Mangelernhrung, die fr ein zu schlechtes Immunsystem sorgt. Gesunde Menschen knnen in der Regel nicht an Noma erkranken. Ausgelst wird Noma durch Bakterien, die normalerweise ungefhrlich sind und natrlicherweise im Mund vorkommen. Gefhrlich werden die Bakterien jedoch dann, wenn es zu einer extremen schlechten oder fehlenden Hygiene und Mangelernhrung kommt und das Immunsystem zu schwach ist. Bricht die Krankheit aus, beginnt die Infektion zunchst an der Wangenschleimhaut und Geschwre entstehen. Noma sorgt dafr, dass das Gewebe der Wangenschleimhute und die Knochen im Mundbereich zerstrt werden. Breitet sich die Krankheit aus, kann es passieren, dass das Gesicht spter von den Erregern regelrecht zerfressen wird. Durch die Wunden und Narben kann der Mund oft nicht mehr richtig bewegt und geffnet werden, was die Nahrungsaufnahme und das Sprechen stark erschwert. Auch andere Sinne knnen durch die Erkrankung beeintrchtigt werden, wie etwa das Riechen oder Sehen. Das Risiko an Noma zu erkranken ist auch dann stark erhht, wenn der Betroffene zuvor an anderen Infektionskrankheiten erkrankt ist. Auch Krankheiten, wie beispielsweise HIV, knnen die Krankheit begnstigen.

Symptome
Die Symptome von Noma uern sich vor allem im Gesicht. Im Anfangsstadium entsteht eine kleine Wunde an der Mundschleimhaut. Diese Wunde kann ohne rechtzeitige Behandlung jedoch zu einem Geschwr heranwachsen. Oft ist dies im Bereich der Wange zu sehen. Wird die Wangenschleimhaut whrend der Infektion durch Erreger angegriffen, verursacht dies starke Schmerzen und der Betroffene kann an Fieber erkranken. Ein weiteres Symptom ist ein fauliger Mundgeruch. Wird die Krankheit nicht behandelt, breitet sich die Infektion ber die Lippen und schlielich auf das gesamte Gesicht aus. Die Erreger dringen auch in tiefere Regionen des Gesichts vor und knnen somit auch Knochen zerstren. Da die Krankheit das Gesicht der Erkrankten im spteren Verlauf oft stark entstellt und zerfrisst, leidet auch der psychische Zustand stark unter der Krankheit. Oft bleibt es nicht aus, dass Erkrankte ausgegrenzt werden.

Die Folge dieser Beschwerden sind starke Probleme beim Essen und Sprechen. Betroffene sind hufig nicht mehr in der Lage ihren Mund richtig zu ffnen oder ihren Kiefer zu bewegen. Ohne Behandlung kann Noma tdlich enden.

Diagnose
Diagnostiziert wird die Krankheit anhand von den auftretenden Symptomen und gewissen Bedingungen, wie etwa mangelnde Hygiene, schlechte Ernhrung und andere Infektionserkrankungen. Zunchst wird der Erkrankte krperlich untersucht. Dabei wird vor allem das Gesicht grndlich abgetastet und begutachtet. Wichtig ist fr den Arzt auerdem, wann die Krankheit ausgebrochen ist, wie lange sie schon anhlt und welche Symptome aufgetreten sind. Fr Fachrzte ist Noma meist schon auf dem ersten Blick zu erkennen, je nachdem wie weit die Krankheit bereits fortgeschritten ist. Laut Schtzungen erkranken in Afrika jedes Jahr rund 100 000 Kinder an Noma. Sehr selten hingegen erkranken auch Erwachsene mit einem schwachen Immunsystem.

Behandlung
Beginnt die Behandlung frhzeitig, sind die Heilungschancen sehr hoch. Ziel der Behandlung ist es, die Symptome zu beseitigen und die Erreger der Infektion zu bekmpfen. Wichtig ist auerdem eine erneute Infektion zu verhindern. Ist die Krankheit noch im Anfangsstadium, reicht eine Behandlung mit antiseptischen Mundsplen meist schon aus. Um eine schnelle und dauerhafte Heilung zu erlangen ist jedoch auch eine ausgewogene und vor allem ausreichende Ernhrung wichtig. Auch die hygienischen Umstnde sollten verbessert werden, damit die Krankheit abklingen kann und nicht erneut ausbricht. Oft sind auch Antibiotika fr eine erfolgreiche Behandlung sinnvoll. Ist die Krankheit bereits im fortgeschrittenen Stadium und hat das Gesicht und das Gewebe zerstrt, hilft oft nur noch eine Operation um beschdigte Bereiche des Gesichts wiederherzustellen. Da die Krankheit aber hauptschlich in Entwicklungslndern vorkommt, ist solch eine Operation nur in den wenigsten Fllen mglich.


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